Gabriele Gruber-Gisler

Vernissage: 08.01.2020, 19.00 Uhr
09.01. bis 15.01.2020 
Galerie WHA, Domgasse 1, 4020 Linz

Gabriele Gruber-Gisler

Galerie WHA, Domgasse 1, 4020 Linz

Vernissage: 08.01.2020, 19.00 Uhr
Begrüßung: Brigitte Hütter, Rektorin Kunstuniversität Linz
Eröffnung: Martina Gelsinger, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Kunstreferat/Diözesankonservatorat der Diözese Linz

Ausstellungsdauer: 09.01 – 15.01.2020

Öffnungszeiten:
Do, 9.1. bis Sa, 11.1.2020 15.00 bis 18.00 Uhr
Mo, 13.1. bis Mi, 15.1.2020 15.00 bis 18.00 Uhr

Gabriele Gruber-Gislers künstlerisches Werk markiert mehrere unterschiedliche Positionen. Dabei arbeitet sie gerne mit grundsätzlichen Begriffen, Ideen, Gedanken und Bedeutungen, die ästhetisch und sinnlich umgesetzt eine starke Präsenz haben. Ihre Rauminstallationen und Inszenierungen entspringen einem konzeptuellen Denkprozess, bei dem unterschiedliche Materialien bewusst als Mittel zum Zweck eingesetzt werden.

Ausstellungsansichten  (Fotos: Thomas Scheid und Violetta Wakolbinger)

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aus der Einführung zur Ausstellung

Gabriele Gruber-Gisler ist eine Künstlerin, die Kunst und Leben ganz unmittelbar miteinander verbindet. Sie ist eine Verfechterin von materialspezifischen Arbeiten, die in der Keramik - mit der sie ihr 2005 abgeschlossenes Studium an der Linzer Kunstuniversität verbindet - ihren Ausgangspunkt haben.
Die  Ausstellung in der WHA Galerie an der Kunstuniversität zeigt einen kleinen Ausschnitt ihrer künstlerischen Tätigkeit, die sich über mehr als drei Jahrzehnte erstreckt.
Gabriele Gruber-Gisler arbeitet konzeptuell und oftmals ortsspezifisch. Ihre Werke zeichnen sich durch eine sinnliche, ästhetische und archaische Präsenz aus. Gebrauchtes, Gefundenes, Abgetragenes und Ausgedientes dient vielen ihrer Objekte und Werke als Grundlage. Unmittelbare Inspiration findet sie oftmals im ländlichen Umfeld. Biografisch spannt sich dies zwischen der Schweizer Alp, die sie über viele Jahre bewirtschaftet hat, und ihrem Lebens- und Wohnort Ried im Traunkreis auf. Die Kargheit des ländlichen Lebens, Überlebensstrategien im Zusammenleben mit der Natur und "Heimat" als ländliche Idylle werden von ihr kritisch verhandelt.
Ihre Kunstwerke, die sie zumeist selbst produziert, entstehen oftmals auch mit dem Einsatz des eigenen Körpers. Christliche Ikonografie, volkstümliche Elemente, Begriffe oder Redewendungen setzt sie sehr unmittelbar in Verbindung mit ihrem alltäglichen biografisch geprägten häuslichen Umfeld. Sie stellt Verbindungen zu gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Themen her, legt Widersprüchlichkeiten frei und schafft damit neue Metapher und Sinnschichten. Der Spagat, den ihr der Alltag zwischen den Rollen als Mutter, Hausfrau und Künstlerin abverlangt, wird in einer Vielzahl an Arbeiten sichtbar. 
Je nach Konzept, Raum und Kontext wählt sie Material, Technik und Präsentationsform und erzeugt dabei starke Bilder und unmittelbare Präsenz. Dabei spielt Material als Bedeutungsträger mit seinen unterschiedlichen Eigenschaften und Erscheinungsformen eine zentrale Rolle.  
In ihrer "Dialektik des Alltags", in der Abarbeitung des Alltäglichen, geht es bei Gabriele Gruber-Gisler um existentielle Themen, um selbst Durchlebtes, Erfahrenes in sehr unmittelbarer Form. In ihrem konzeptuellen Ansatz, in Material und Form umgesetzt, ermöglicht die Künstlerin damit den BetrachterInnen ihrer Werke selbst neue Erfahrungen.

Martina Gelsinger, Jänner 2020